Der Bundesgerichtshof berät sich

Wie schon in einem früheren Artikel erwähnt, haben die Energiekonzerne wegen des verkürzten Ausstiegs aus der Atomenergie Klage auf Millionenentschädigung gegen den Bund eingereicht, das Verfahren wurde im März 2016 eröffnet und das Oberste Gericht berät jetzt, eine Entscheidung soll in einigen Monaten fallen.

Die Konzerne klagen, weil sie sich enteignet fühlen. Der Ausstieg 2011 mit verkürzten Laufzeiten haben Planung und Ertragslage komplett verändert. Allerdings haben die Energieriesen gedacht, dass sie ihre Atomkraftwerke nicht stilllegen müssten – warum? Es schien, dass der unter der Regierung Schröder vereinbarte Ausstieg aus der Atomenergie unter der Regierung Merkel wieder rückgängig gemacht werden könnte. Man sprach immer öfter vom Ausstieg vom Ausstieg. Ihrer Sache sicher haben die Konzerne wie Vattenfall, RWE und E.on weiter in Kohlekraftwerke investiert und nicht im erforderlichen Maße in erneuerbare Energien. Der Tsunami von Fukushima hat sie kalt erwischt – nun rächte sich, was sie versäumt hatten.

Der Ausgang ist offen, es könnte durchaus sein, dass sie Recht bekommen und der Staat die geforderte Entschädigung zahlen muss. Der Staat – das sind wir alle.

Verlieren sie – zahlen wir auch. Zu groß ist der Einfluss der Energielobbyisten, zu verflochten die Politik mit der Wirtschaft.

Das Einzige, was zunächst ein wenig Erleichterung für die Verbraucher bringt, ist der Wechsel zu einem günstigeren Stromanbieter, denn Wechseln spart Geld

Die große Stromlüge…

 … war der Titel eines zusammenfassenden und erschreckenden Berichts auf arte.tv am 29.03.2016 zur Liberalisierung des Energiemarktes. Dieser kommt zu dem ernüchternden Ergebnis, dass die ursprünglich vielversprechenden  Ziele der Liberalisierung des Energiemarktes fast nur leere Versprechungen geblieben sind. Die damals 27 Mitglieder der Europäischen Union wollten gemeinsam einen transparenten Markt schafften, der Strom sollte billiger und verstärkt aus erneuerbaren Energien gewonnen werden.

Der Bericht auf arte ist leider nicht mehr abrufbar. Das Problem bleibt aktuell.

Was ist 20 Jahre später daraus geworden? Weiterlesen

Telekommunikation: Wechsel gut vorbereiten

Leider verursachen der Telefon und DSL-Anbieterwechsel noch immer mehr Probleme, als bei Gas oder Strom. Zu den häufigsten gehören tote Leitungen, die Rufnummernmitnahme klappt nicht, kurzum: man ist nicht erreichbar. Das endlose Warten in den Hotlines, man erreicht nie den gleichen Ansprechpartner, oft erhält man keine qualifizierte Auskunft usw. Wer will sich das schon antun?

Der Verdacht kommt auf, dass die Anbieter mit Absicht Probleme bereiten, um die Bestandskunden zu behalten. Oft gibt es beim gleichen Anbieter ganz tolle Angebote für Neukunden – der Altkunde profitiert davon nicht. Also sollte man wechseln! Was die wenigsten Wechsler wissen: nicht jede Schikane bleibt straffrei. Gelegentlich werden von der BNetzA (Bundesnetzagentur) auch Bußgelder gegen Unternehmen verhängt, die gegen die gesetzlichen Regelungen verstoßen. Weiterlesen

Entspannung bei den Strompreisen

Erfreulicherweise sind die Strompreise nach dem Jahreswechsel 2015/16 stabil geblieben. Die mittlerweile über 800 Versorger halten still. Fraglich ist aber, wie lange dies so bleibt. E.on und RWE vermelden Rekordverluste, der Umbau der Konzerne ist in vollem Gange.  EEG-Umlage und Netzentgelte werden steigen.
Eine weitere Entwicklung ist interessant: die Stromeinkaufspreise an der Börse sind derzeit nur halb so hoch wie 2011 – etwa 3-4 Cent pro Kwh, aber ist der Preis für den Endverbraucher gesunken? D.h. die „Riesen“ kaufen günstiger ein, verkaufen nach wie vor teuer und machen dennoch so hohe Verluste? Dasselbe war schon bei den Gaspreisen zu beobachten, ganz aktuell ist es  an den Spritpreisen zu sehen. Der Kunde profitiert nicht in gleichem Maße von den günstigeren Einkaufspreisen, wie das bei den Teuerungen der Fall ist.  Die Preispolitik der Energieversorger bleibt auch weiterhin undurchsichtig.

Sollte Ihr Stromversorger innerhalb der Vertragslaufzeit demnächst versuchen, Ihren Strompreis zu erhöhen, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht! Vertragsklauseln, die das nicht zulassen, sind nach einem Urteil des Langerichtes Düsseldorf (Az.: 14d O 4/15) unwirksam. Strompreiserhöhungen oder allgemein teueren Strompreisen entkommt man durch einen Wechsel des Anbieteres, denn Wechseln-spart-Geld

Unglaublich, aber wahr…

Die Auswüchse der dilettantisch und durch reine Subventionspolitik gestaltete „Energiewende“ sind mittlerweile für jeden Verbraucher spürbar.  Die Macher der Vorschriften zur Energiewende haben ganz einfache Marktgesetze missachtet: der Markt ist nicht manipulierbar. Wunschdenken erfüllt sich nicht.

Einen wirtschaftlichen Vorgang vorherzubestimmen, funktioniert erfahrungsgemäß genauso wenig, wie einen sterbenden Wirtschaftszweig durch ständige Zuschüsse am Leben zu erhalten. Ein Wirtschaftssystem wird durch sehr viel mehr Faktoren bestimmt, als nur durch gesetzliche Eingriffe.

Aber der Reihe nach: Der sogenannte Ökostrom wird mit Subventionen, den Steuergeldern, so unterstützt, dass die Produzenten kostendeckend bzw. gewinnbringend produzieren können und neue Energiequellen erschließen. Vergessen wurde dabei, dass die Nachfrage, weil das ganze Thema ausschließlich gefühlsbetont behandelt wurde, nach dem Ökostrom sehr hoch sein würde, dass der konventionell produzierte Strom kaum oder nur noch sehr wenig nachgefragt werden würde. Weiterlesen

Werden Sie zum „Wechselprofi“ – Wechseln leicht gemacht

Eine praktische und hilfreiche Vorgehensweise ist: Schreiben Sie sich zuerst die relevanten Daten auf.

Zählernummer:

Kundennummer beim Stromanbieter:

Verbrauchsmenge der letzten Jahresabrechnung:

Vertragsbeginn:

Vertragsende:

Kündigungsfrist:

Zeitpunkt zur Kündigung:

Einer der Hauptgründe dafür, dass manche Menschen nicht wechseln, ist die Bequemlichkeit. Daher: Legen Sie die o.g. Daten als Datei an oder speichern Sie diese als eMail-Entwurf, dann haben Sie schon die größte Hürde genommen: Sie müssen nicht erst aufstehen, die Rechnung bzw. die Daten suchen oder vom Hausmeister den Zugang zu den Stromzählern verlangen. Die Basis für den Stromverbrauchsrechner ist dann die verbrauchte Menge der letzten Abrechnung – es gibt wohl recht treffende Schätzungen für die verschiedenen Haushaltsgrößen, aber der individuelle Stromverbrauch kann höher oder niedriger liegen. Schreiben Sie sich die Vertragslaufzeit (Anfang und Ende) sowie die Kündigungsfrist dazu. So geht das Wechseln schnell, und vor allem: Wechseln spart Geld…

Wichtig: Auch wenn sich die Vertragsbedingungen ändern hat der Kunde ein Sonderkündigungsrecht. D.h., wenn der Energieversorger eine Preiserhöhung mit gestiegenen oder neu eingeführten Steuern, Abgaben oder Umlagen durchsetzen will, darf man kündigen (Urteil des Landgerichts Düsseldorf Az: 14d O 4/15).

Stromwechsel lohnt sich!

Nach Meldung der Verbraucherzentrale Bayern beziehen nach wie vor 1/3 der Haushalte in Deutschland noch immer Strom von den Grundversorgern – und das ist teuer. Tests haben ergeben, dass der Wechsel zu einem günstigeren Stromanbieter bis zu 5,6% der Kosten einsparen kann. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Einsparungen von 10% möglich sind. Allerdings sollte man sich nicht von allzu billigen Angeboten verführen lassen, denn diese sind manchmal nur auf den ersten Blick günstig, bei genauerer Überprüfung der Vertragsbedingungen stellt sich dann oft heraus, dass die billigen Tarife z.B. nur 1 Jahr gelten, danach holen sich die ganz billigen Anbieter den Rabatt zurück. Aber ein wenig Recherche und ein Vergleich der Anbieter lohnt allemal, denn wenn man einige Regeln beachtet, spart Wechseln richtig Geld…

Konzernumbau bei Eon – ein Geniestreich – oder zumindest moralisch verwerflich?

Ein alarmierender Vorgang schreckt auf: Der Konzern E.on spaltet sein Geschäft in zwei Teile auf. Künftig werden atom-, gas- und kohlebasierte Energieerzeugung von der erneuerbaren Energieerzeugung getrennt betrieben. Warum? Das Geschäft mit Atom, Gas und Kohle bringt zu wenig Gewinne, es gibt keine Subventionen und belastet die Bilanz. Also lagert man die Sparte in ein neues, börsennotiertes (!)Unternehmen aus und widmet sich dem lukrativen, weil staatlich subventionierten Geschäft mit den Erneuerbaren Energien. Weiterlesen

Verkehrte Welt im Strompreiskarussell

Da gönnt der Staat seinen Bürgern einmal eine Mini-Entlastung – die EEG-Umlage soll im nächsten Jahr sinken – dann werden die Netzbetreiber gierig und heben einfach die Gebühren an. Die Netzentgelte sind regional unterschiedlich und machen mehr als 20% des Strompreises aus. Es ist ein Fass ohne Boden, keine Entlastung für den Endkunden in Sicht.

Leider wechseln immer noch zu wenig Verbraucher ihren Stromanbieter, daher funktioniert die Preisschraube nach wie vor.

Daneben wirkt ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes wie ein Witz: Energieversorger dürfen nicht ohne Ankündigung und Nennen von Gründen den Preis erhöhen – möglicherweise drohen Rückzahlungen. Die wenigsten Verbraucher werden überhaupt durchblicken, ob und in welcher Höhe sie Rückzahlungen geltend machen könnten, den Versorgern droht nur wenig Ungemach.

Interessant wird in diesem Zusammenhang auch, wie sich die 4,7Mrd. Klage von Vattenfall gegen die Bundesregierung auswirken wird. Vattenfall klagt auf entgangenen Gewinn wegen des Atomausstiegs vor einem nichtöffentlichen, internationalen Schiedsgericht in Washington, das Verfahren kostet im Vorfeld schon mal 9 Millionen Euro für den Steuerzahler. Ein Vorgeschmack auf TTIP und höhere Strompreise?

Es bleibt dabei: Wechseln spart Geld, man kann immer wieder wechseln, und den teueren Anbietern damit die Rote Karte zeigen!

Teurer Strom – was bezahlt man alles mit der kWh?

Etwas mehr als Hälfte des Strompreises „bekommt“ der Staat. Zunächst über die Stromsteuer, und dann über die Mehrwertsteuer auf die Umlagen und Abgaben. D.h. die Stromerzeuger erhalten „nur“ ca 48% des Entgeltes. Wobei die Ökostromumlage den Endverbraucher am meisten belastet. Bei einem Strompreis von z.B. 28,35 ct je kWh sind davon 6,24ct Ökostromumlage. Die energieintensive Industrie bezahlt nur 0,05 ct je kWh. Weiterlesen